Dieses Alphabet der Liebe beschreibt von uns ausgewählte 
Begriffe, die für die Paarberatung relevant sind. Sie finden zuerst
kursiv die jeweilige Wortbedeutung, wie sie im Duden 
zu finden ist. Anschliessend stellen wir unsere Sichtweise
des betreffenden Wortes dar.

 

A

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Achtsamkeit
a) das Achtsamsein; achtsames Wesen, Verhalten

Achtsamkeit bedeutet, bewusst im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen aufmerksam zu sein. Für Paare ist es eine liebevolle, mitfühlende Haltung sich selbst und dem Partner bzw. der Partnerin gegenüber, die sich in einem achtsamen Umgang mit sich selbst und untereinander ausdrückt. Dies gelingt, wenn jede/r auf die eigenen grundlegenden Signale (Bedürfnisse, Befindlichkeiten) achtet und im Kontakt die Verantwortung dafür übernimmt.

 

B

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Beziehung 
a) Verbindung, Kontakt zwischen Einzelnen oder Gruppen; b) innerer Zusammenhang, wechselseitiges Verhältnis.

Das menschliche Leben vollzieht sich in Beziehungen. Wir stehen zu uns selbst, unseren Mitmenschen und der Umwelt in Verbindung. Die Paarbeziehung ist für die meisten Menschen die wichtigste zwischenmenschliche Beziehung in ihrem Leben. Ähnlich wichtig sind meist nur familiäre Beziehungen zu den eigenen Kindern, Eltern oder Geschwistern. Wie wir unsere Beziehungen gestalten, bestimmt zu einem grossen Teil unser Wohlbefinden. Wesentliche Aspekte gelingender Beziehungen sind: Die Fähigkeit präsent und in Kontakt zu sein, Balance von Bindungsfähigkeit und Eigenständigkeit, Achtsamkeit und die Fähigkeit mit Unterschieden umzugehen.

 

C

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Commitment
a) das [Sich]bekennen, [Sich]verpflichten

Mehr dazu unter „Ja"

 

D

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Distanz
a) räumlicher Abstand, Zwischenraum, Entfernung; b) Zurückhaltung, innerer Abstand im Umgang mit anderen Menschen; c) zurückgelegte Strecke

Im Spannungsfeld von Nähe und Distanz in einer Paarbeziehung betont der Aspekt der Distanz das Bedürfnis nach Eigenraum eines oder beider Partner. Um sich als Paar immer wieder lebendig zu begegnen ist es unabdingbar, dass beide Partner eigene Bereiche und Beziehungen pflegen, die dann auch wieder die Partnerschaft befruchten und beleben. Das Bedürfnis nach Distanz in einer Beziehung ist geprägt durch die frühen Beziehungserfahrungen und das Mass der aktuellen Belastung. Menschen, deren Grenzen oft überschritten worden sind, haben in der Regel ein grösseres Bedürfnis nach Distanz als Menschen, die in ihrer Kindheit viel allein waren. Aber auch der Alltagsstress kann dermassen gross werden, dass ein Mensch in seiner Freizeit Distanz braucht um wieder zu sich zu kommen. In einer Partnerschaft gilt es, die gegenseitigen Bedürfnisse nach Nähe und Distanz immer wieder neu aufeinander abzustimmen.

 

E

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entwickeln
a) allmählich entstehen; b) ein Stadium erreichen in dem vorhandene Anlagen zur (vollen) Entfaltung kommen; c) zu etwas anderem, Neuem werden

Wir gehen davon aus, dass Paarbeziehungen beide Partner zur persönlichen Entwicklung herausfordern. Es gibt wohl keine bessere „Persönlichkeitsentwicklungs-maschine" als eine Partnerschaft, in der sich beide mit ihren Sehnsüchten, Wünschen und Ängsten begegnen und achtsam damit umgehen. Paarkonflikte können dann Reifungsprozesse anstossen, um kindliche Abhängigkeiten und Muster aus der Vergangenheit zu überwinden. So wird es möglich, sich selber und einander tiefer zu verstehen, sowie Mitgefühl und Solidarität für einander zu entwickeln.

 

F

Zurück zm ABC der Liebe

fremdgehen
a) ausserheliche Beziehungen haben; b) betrügen, untreu sein, ehebrechen

Fremdgehen oder Aussenbeziehungen kommen häufig vor. Es besteht zwar ein grosser Wunsch nach Treue, dennoch gehen laut Studien ca. 50 Prozent irgendwann in ihrem Leben einmal fremd. Eine Aussenbeziehung generell zu verurteilen, wie dies gesellschaftlich noch stark in unseren Köpfen verankert ist, trägt für die Betroffenen nicht zu konstruktiven Lösungen bei. Auf der Seite des Fremdgehers steht - versteckt hinter dem Reiz des Neuen - eine Aussenbeziehung meist für ein wichtiges Entwicklungsbedürfnis, das für die Person oder die Beziehung ansteht jedoch ausgelagert wird. Diese anstehende Entwicklung zu erkennen und nach Wegen zu suchen die Entwicklung beziehungsverträglich zu vollziehen ist sinnvoller. Auf der Seite des Betrogenen bedeutet das Fremdgehen meist eine sehr grosse Verletzung, die manchmal, aber nicht immer, geheilt und verziehen werden kann, wenn sich beide auf die Auseinandersetzung damit einlassen.

 

G

Zurück zm ABC der Liebe

Grenzen
a) Trennungslinie zwischen Gebieten, die im Besitz verschiedener Eigentümer sind oder sich durch natürliche Eigenschaften voneinander abgrenzen; nur gedachte Trennungslinie unterschiedlicher, gegensätzlicher Bereiche und Erscheinungen; b) Begrenzung, Abschluss[linie], Schranke

Eine Grenze markiert die Linie, wo ich aufhöre und der andere/das andere beginnt. Sie beinhaltet gleichzeitig die Anerkennung meiner eigenen einzigartigen Existenz und diejenige einer anderen Person als von mir getrenntem Individuum mit eigenen Gedanken, Gefühlen und Motivationen. Die Art und Weise, wie Grenzen gehandhabt werden, ist ein entscheidender Faktor dafür, ob in einer zwischenmenschlichen Beziehung Gefühle des Vertrauens entstehen (und anhalten).

 

H

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herzlich
a) Warmherzigkeit, eine von innen kommende Freundlichkeit besitzend, ausstrahlend, zeigend; b) voller Gefühlswärme und liebevoll entgegenkommend; c) dem innersten Gefühl entsprechend; d) aufrichtig, ehrlich gemeint; d) von Herzen kommend

Herzliche Menschen zeichnen sich durch Offenheit, Spontaneität, Wärme und Toleranz aus. Herzliche Menschen nehmen andere Menschen wie sie sind, sehen das Gute im anderen und drücken ihre Sympathie offen aus. Paare können von ihnen lernen, auch in schwierigen Zeiten, das Gute im Partner zu sehen und zu betonen. So hat der amerikanische Paarforscher John Gottman in Paarinterviews herausgefunden, dass Paare, welche sich fünfmal mehr loben als kritisieren glücklichere und beständigere
Beziehungen führen.

 

I

Zurück zm ABC der Liebe

Intimität
a) vertrautes, intimes Verhältnis; b) Vertrautheit, Vertraulichkeit; c) vertrauliche Angelegenheit; d. sexuelle, erotische Handlung, Berührung, Äußerung; e) anheimelnde, gemütliche, intime Atmosphäre)

Unter Intimität verstehen wir einen Raum der Nähe und Vertrautheit in einer Paarbeziehung. Es ist der Raum, den wir mit einem anderen Menschen teilen, wo wir uns verletzlich mit all unseren Seiten zeigen können und uns angenommen fühlen, genau so wie wir sind. Die Intimität wächst, wenn die Partner sich mit ihren Schwierigkeiten konstruktiv auseinander setzen und Unterschiede wie auch Schattenseiten bei sich selbst und beim anderen akzeptieren können. Wird der Raum der Intimität mit anderen Menschen geteilt, zum Beispiel durch eine Aussenbeziehung, so bedeutet dies ein Verlust von Intimität in der Stammbeziehung.

 

J

Zurück zm ABC der Liebe

Ja
a) zustimmende Antwort auf eine Entscheidungsfrage; Zustimmung

Früher oder später braucht es in einer Paarbeziehung den Schritt in die Verbindlichkeit. Der Schritt zu mehr Verbindlichkeit oder gar zur Heirat mag nach einem altmodischen Rollenklischee anmuten. Dahinter steckt jedoch ein äusserst tiefes Bedürfnis: das Bedürfnis nach Bindung, das Bedürfnis für den anderen der/die Wichtigste und in diesem Sinn „Einzige" zu sein. Der Schritt zu einem ausdrücklichen Ja zueinander, bewirkt in der Seele eine Klarheit, die es vorher nicht gab. Ein tiefes Gefühl der Verbundenheit als Mann und als Frau, das über die sexuelle Attraktivität und ein Drittes hinaus geht. Dieses Gefühl ist nicht ein von Stimmungen abhängiger Affekt, sondern ein tiefes Grundgefühl, eine innere Haltung: „Du bist meine Frau, ich bin dein Mann", „Du bist mein Mann, ich bin deine Frau", „Wir sind ein Paar, wir gehören zusammen und darum wollen wir das Leben miteinander teilen".

 

K

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Kind
a) Mensch, der sich noch im Lebensabschnitt der Kindheit befindet (etwa bis zum Eintritt der Geschlechtsreife), Neugeborenes, Baby, Kleinkind; b) von jemandem leiblich abstammende Person, unmittelbarer Nachkomme.

 

L

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Liebe
a) starkes Gefühl des Hingezogenseins; b) starke, im Gefühl begründete Zuneigung zu einem Menschen; auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen, verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein, Hingabe o. Ä.; c) sexueller Kontakt, Verkehr.

Im Unterschied zur Definition im Duden und zur weit verbreiteten Meinung, verstehen wir unter Liebe mehr als ein starkes Gefühl, das einen überfällt. Wir sehen in der Liebe auch etwas viel Grundsätzlicheres, als der Drang, sexuelle Spannung abzureagieren oder Verliebtheit. Liebe entspricht für viele Menschen der tiefsten Sehnsucht zur Überwindung der Grunderfahrung der Einsamkeit. In aller Regel erfahren wir unsere erste Liebe von unseren Eltern, wenn diese in der Lage sind uns zärtlich, liebevoll, mit Wärme und Verständnis ins Leben zu begleiten. So geht die Liebe als Gefühl mit tiefer Vertrautheit, Nähe und Wärme einher. Liebe ist auch und vor allem eine Aktivität. Liebe ist Hingabe, die uns nicht einfach widerfährt. Sie ist auch eine bewusste Entscheidung, jemanden zu lieben und bedeutet darum auch ein bewusst eingegangenes Wagnis. So gehören auch Fürsorglichkeit, Verantwortung für den Geliebten und Einfühlungsvermögen zur Liebe. Liebe ist also auch eine Tätigkeit oder eine Kunst, die erlernt sein will. Dazu gehören Disziplin, Konzentration, Geduld und Mut. Der ameriknaische Paarforscher John Gottman beobachtete in vielen tausend Paar-Interviews, dass eine Liebesbeziehung, für die die Partner nicht explizit und bewusst etwas tun, von selber schlechter wird.

 

 

lustvoll
a) von einem sehr angenehmen Gefühl begleitet; voller Lust

 

 

Lust
a) heftiges, auf die Befriedigung sinnlicher, besonders sexueller Bedürfnisse gerichtetes [triebhaftes] Verlangen; b) aus der Befriedigung sinnlicher, besonders geschlechtlicher Genüsse entstehendes Gefühl; Erfüllung einer Begierde; Wollust

Das Fehlen erotischer Lust und Anziehung ist ein weit verbreitetes Phänomen in langdauernden Beziehungen. Es ist einer der häufigsten Gründe für Aussenbeziehungen oder das Aufsuchen einer Paarberatung. Aus unserer Sicht gilt es den individuellen Anteil wie auch das Zusammenspiel im Paar zu betrachten. Grundsätzlich ist jeder Partner für seine Lebendigkeit und sein Lustempfinden selbst verantwortlich. Es gibt zwar auch konstitutionelle Unterschiede, doch wer sich regelmässig bewegt, einigermassen gesund ernährt, genügend schläft, kann sich auch als lustvoll erleben. Ist man jedoch erschöpft und abgearbeitet oder hat Mühe die eigenen Empfindungen wahrzunehmen, so ist es schwer Lust zu empfinden. Durch Atemübungen und Bewegung ist es leicht möglich, die Lebendigkeit im Körper zu erhöhen und sich wieder lustvoll zu erleben. Wenn uns jedoch psychische Verletzungen aus der Vergangenheit belasten, kann uns der Mangel an Lebendigkeit auch vor Schmerzen schützen. Neben der individuellen Entwicklung ist es hilfreich, den gesamten sexuellen Umgang oder Nicht-Umgang der Partner miteinander zu betrachten. So können störende Muster in der Beziehung deutlich werden und durch Übungen Impulse zu neuem Verhalten gegeben werden. Bei vielen Paaren scheint die Glut der Lust unter einer dicken Ascheschicht von Alltag, Gewohnheit und Unachtsamkeit verschwunden zu sein. Werden jedoch Verletzungen aus der Paargeschichte verziehen oder neue Verhaltensweisen eingeübt, so kann die Flamme wieder zum Lodern gebracht werden.

 

M

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Masturbation
a) geschlechtliche Befriedigung der eigenen Person durch manuelle Reizung der Geschlechtsorgane; Onanie; b) geschlechtliche Befriedigung einer anderen Person durch manuelle Reizung der Geschlechtsorgane.

 

N

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Nähe
a) geringe Entfernung; b) jemandes Nahsein, enge Beziehung.

Im Spannungsfeld von Nähe und Distanz in einer Paarbeziehung betont der Aspekt der Nähe, das Bedürfnis nach Bindung, Sicherheit, Geborgenheit und auch körperlichem sich nahe sein. Das Bedürfnis nach Nähe in einer Beziehung ist geprägt durch die frühen Beziehungserfahrungen und die aktuelle Befindlichkeit. Menschen, die in ihrer Kindheit viel allein waren, haben in der Regel ein grösseres Bedürfnis nach Nähe als Menschen, deren Bedürfnis nach Eigenraum wiederholt verletzt worden ist. Auch die aktuelle Befindlichkeit beeinflusst das Bedürfnis nach Nähe. Es gibt Menschen, die unter Stress Nähe brauchen, andere bevorzugen Distanz. In einer Partnerschaft gilt es, die gegenseitigen Bedürfnisse nach Nähe und Distanz immer wieder neu aufeinander abzustimmen.

 

 

Nein
a) verneinende Antwort auf eine Entscheidungsfrage; Ablehnung.

Das Nein in der Liebe. Auf der Basis eines verbindlichen Jas zueinander ist es in Partnerschaften auch immer wieder wichtig, Nein zu sagen und unterschiedliche Standpunkte auszuhalten. Das Nein betont die Autonomie und stützt den Eigenraum. So ist es wichtig, dem Partner auch Grenzen zuzumuten und Nein zu sagen, damit man als Person füreinander lebendig bleibt. Sehr zerstörerisch wirkt sich das Nein allerdings aus, wenn es so rigide oder reflexhaft ist, dass man kaum mehr zu etwas Ja sagen und auf den Partner zugehen kann. Dieses so genannte „automatische Nein" ist ein Schutzmechanismus, der auf Dauer den Partner in einem solchen Masse frustriert, dass die Bewegung aufeinander zu ganz zum Erliegen kommen kann.

 

 

neu beginnen
a) Erneut mit etwas einsetzen, einen neuen Anfang machen; neu anfangen.

In einer Paarkrise möchte manchmal einer von beiden zum Alten zurück kehren. Was geschehen ist, ist geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen. Damit ist es unmöglich zu einem alten Zustand zurück zu kehren. Insofern fordern Paarkonflikte zu einem Neuanfang und einer Entwicklung heraus, wozu beide bereit sein müssen. Rituale können dazu beitragen, Verletzungen zu verzeihen, Bilanz zu ziehen oder einen Ausgleich über die Vergangenheit zu schaffen um einen Neubeginn möglich zu machen.

 
 

O

Zurück zm ABC der Liebe

Orgasmus
a) Höhepunkt der sexuellen Lust.

 

P

Zurück zm ABC der Liebe

Polarität
a) auf dem Vorhandensein zweier Pole beruhende Gegensätzlichkeit; b) Gegensätzlichkeit bei wesenhafter Zusammengehörigkeit.

 

Q

Zurück zm ABC der Liebe

Qual
a) Quälerei; b) länger andauernde, [nahezu] unerträgliche Empfindung des Leidens.

 

R

Zurück zm ABC der Liebe

Respekt
a) auf Anerkennung, Bewunderung beruhende Achtung; b) vor jemandem aufgrund seiner höheren, übergeordneten Stellung empfundene Scheu, die sich in dem Bemühen äußert, kein Missfallen zu erregen

 

S

Zurück zm ABC der Liebe

Sex
a) Geschlechtsverkehr, sexuelle Betätigung; b) Sexualität; c) Sex-Appeal; d) Geschlecht, Sexus.

Der Sex nimmt für die meisten Paare vor allem am Anfang der Beziehung in der Verliebtheitsphase, wenn die erotische Anziehung sehr gross ist, einen hohen Stellenwert ein. Für viele Menschen bleibt die Sexualität auch später wichtig. Wenn jedoch die gegenseitige Anziehung durch Gewöhnung geringer wird, wird dies oft als ein Zeichen für die fehlenden Liebe missverstanden. Hier vertreten wir die Haltung, dass einerseits die Bedeutung der Sexualität oft über bewertet wird und andere Aspekte der Beziehung ebenso wichtig sein können. Andererseits braucht die Sexualität in einer Langzeitbeziehung Pflege, damit sie lebendig bleiben und sich entwickeln kann. In einer festen Beziehung muss man Sex wollen, sonst findet er immer weniger statt.

 

 

sich wieder finden
a) zufällig oder suchend erneut auf jemanden treffen; jemanden entdecken; b) [durch eigene Bemühung] bekommen, erlangen, erwerben, sodass man es für längere Zeit behalten kann;
c) jemanden in bestimmter Weise sehen, erfahren, erleben.

Es ist möglich, sich als Paar auch nach einer schweren Krise, Trennung oder einer Aussenbeziehung wieder neu zu finden. Dies kann sogar zu einer Vertiefung der Beziehung führen. Voraussetzung dafür ist, dass beide bereit sind aus der Vergangenheit zu lernen und die Verletzungen nicht zu gross sind, als dass sie unverzeihbar wären. mehr unter „neu beginnen"

 

 

streiten
a) mit jemandem Streit haben; b) sich mit jemandem in oft hitzigen Wortwechseln, oft auch in
Handgreiflichkeiten heftig auseinandersetzen; c) heftig über etwas diskutieren und dabei die
unterschiedlichen Meinungen gegeneinander durchsetzen wollen.

Die Paarforschung zeigt, dass Paare, die streiten nicht per se schlechte Karten haben. Ist der Streit allerdings sehr destruktiv und verletzend, kann er die Liebesgrundlage zerstören. Besonders wenn mit jedem Streit die Beziehung in Frage gestellt wird. Auf der Basis einer verbindlichen Beziehung ist es auch möglich eine konstruktive Streitkultur zu entwickeln, welche das Zusammenleben bereichern kann.

 

T

Zurück zm ABC der Liebe

Tanz
a) Abfolge von Körperbewegungen, die nach einem (durch Musik) hervorgebrachten Rhythmus ausgeführt wird.

Uns gefällt die Metapher der Paarliebe als Tanz. Zu Beginn der Paarbeziehung in der Verliebtheitsphase möchten beide einander möglichst nahe sein, sich spüren und jede Minute miteinander verbringen. Früher oder später wird dies mindestens einem von beiden zu eng und dieser beginnt wieder mehr seine Autonomie zu betonen und auch Distanz einzufordern. Dies ist oft ein kritischer Moment für die Paarbeziehung, da diese Bewegung auch zur Trennung führen kann. Erkennen beide, dass es nötig ist, dass für eine gelingende Beziehung beide auf eigene Füssen stehen können, wird es möglich den Tanz von Nähe und Distanz immer bewusster zuzulassen und weniger bedrohlich zu erleben.

 

 

Trennung
a) aufgelöste Verbindung, Partnerschaft; b) räumliche Distanz voneinander; c) von [einem] anderen geschieden; d) Kluft zwischen einzelnen Personen; e) eine Grenze [zu einem benachbarten Bereich].

Unserer Ansicht nach führt Trennung nur selten zur Lösung, kann aber manchmal
notwendig sein. Studien zufolge stellt Trennung oder Scheidung für alle Beteiligten einen schweren, lebensverändernden Eingriff dar, der durchaus gut ausgehen kann, der aber weit häufiger tiefe Verunsicherungen und Verletzungen hinterlässt. Gravierend sind vor allem die Langzeitwirkungen auf die Kinder, wenn es den Eltern nicht gelingt, nach der Trennung auf der Elternebene gut zu kooperieren. Entscheidend ist die Frage, ob die Trennung das bringt, was von ihr erwartet wird. Das tut sie in vielen Fällen nicht, besonders wenn Kinder da sind. Viel zu oft wird eine Auflösung der Partnerschaft ins Auge gefasst, sobald sich das Glück in einer Beziehung nicht einstellt, bevor man sich mit Geduld und Beharrlichkeit mit seinem Partner auseinandergesetzt hat. Es fehlt die Überzeugung, dass es für die persönliche Entwicklung ein Gewinn sein kann, länger dauernde Krisen in einer Partnerschaft zu überstehen. Oft ist eine Trennung als Problemlösungsversuch eher wie ein Seitenwechsel im Tennisspiel: er verbessert das Spiel nicht. Mit der Trennung und einem neuen Partner findet man sich rasch in denselben Mustern wieder. Die Chancen einer Trennung liegen darin, dass sie uns ermöglicht Dinge zu tun, die wir uns vorher nicht erlaubt haben. Aber ginge es nicht gerade darum, sich diese Eigenständigkeit innerhalb der Partnerschaft zu gewähren? Wenn zwei jedoch den Glauben an eine gemeinsame Lösung verloren haben und sich nach ernsthaftem Einsatz nicht mehr in der Lage fühlen, ihre Partnerschaft zum Leben zu erwecken, kann es besser sein, sich um eine Trennung aus vollem Herzen zu bemühen. Gestärkt sollten beide Frieden zum Ex-Partner finden und ihn gänzlich annehmen, auch das heisst lieben zulernen.

 

 

Treue
a) das Treusein, eheliche Treue, Zuverlässigkeit.

Durch das Wegfallen gesellschaftlicher Normen, fehlt vielen Paaren die Orientierung darüber, wie sie die Treue handhaben sollen. Fehlt eine innere Orientierung an tragenden Werten, kann stattdessen die Haltung entstehen, man müsse in jedem Moment authentisch sein. Um „sich ja selber treu zu bleiben" muss man jedem intensiven Gefühl, zum Beispiel einem Liebesgefühl, folgen, auch wenn es zur Untreue führt. Damit begibt man sich aber in eine Abhängigkeit von der wechselhaften Gefühlslage. Und eine solche kann unserer Meinung nach keine tragende Basis für eine Partnerschaft sein. mehr unter „fremdgehen"

 

U

Zurück zm ABC der Liebe

Unwissenheit
a) fehlende Kenntnis von einer Sache; b) Mangel an Wissen, Bildung.

Studien zeigen, dass eine vertrauensvolle, ehrliche Beziehung für die meisten Menschen zum wichtigsten im Leben zählt. Um so mehr erstaunt, wie wenig Paare darüber wissen, wie eine Partnerschaft gelingen kann. Eine gute Kommunikation, Kooperation, gemeinsame Lebensperspektiven und Verbindlichkeit sind wesentliche Elemente dafür, die auch erlernt werden können.

 

V

Zurück zm ABC der Liebe

verlassen
a) uneingeschränkt auf jemanden vertrauen; b) weg-, fortgehen von, aus etwas; c) sich von jemandem, dem man nahegestanden hat, mit dem man in gewisser Weise verbunden ist, trennen.

In der Paarberatung begegnet uns der Begriff „verlassen" einerseits im Sinne von einander vertrauen. Mehr dazu unter „vertrauen". Andererseits geht es auch um die entgegengesetzte Bedeutung im Sinne von „fortgehen" und „trennen" bis zu Verlassenheitsgefühlen im Sinne von Alleinsein und Einsamkeit. Mehr dazu unter „Trennung".

 

 

verliebt
a) von Liebe zu jemandem bzw. zueinander ergriffen.

Viele Menschen verwechseln den Zustand der Verliebtheit mit der Liebe und meinen diese Intensität würde auch auf Dauer und ohne ihr Zutun bleiben. Nimmt das Gefühl der Verliebtheit ab, stellen sie auch die Liebe in Frage. Dies ist ein Missverständnis das zum Scheitern vieler Liebesbeziehungen führt. Die andere Seite ist, dass die Verliebtheit uns nicht blind, sondern in gewissem Sinn sehend macht. In der Verliebtheit erfassen wir das Potential unseres ungelebten Lebens. Das heisst die Verliebtheit ist auch Vision von dem, was möglich wäre. Die Erfahrung der Verliebtheit ist darum etwas sehr Wichtiges für die Liebe. Die darin enthaltene Vision muss allerdings durch eigenes Zutun umgesetzt werden. Greifen Paare darauf zurück, kann sie immer wieder Kraftquelle und Inspiration sein, neu anzufangen und weiterzumachen. So gehört unserer Meinung nach beides zu Liebe: der Anfangszauber der Verliebtheit, die mir geschieht, und die eigene Auseinandersetzung mit mir selbst und der Beziehung, die ich immer wieder zu leisten habe, damit etwas von der Anfangsvision Realität wird.

 

 

verstehen
a) den Sinn von etwas erfassen; etwas begreifen; b) in bestimmter Weise auslegen, deuten, auffassen; c) sich in jemanden, in jemandes Lage hineinversetzen können; Verständnis für jemanden haben, zeigen; d) mit jemandem gut auskommen, ein gutes Verhältnis haben.

In unserer Praxis sehen wir oft Paare, deren Partner sich nicht mehr verstehen. Dies kann verschiedene Gründe haben. Auf der Kommunikationsebene ist es wichtig einander aktiv zuzuhören. Das heisst, dass es strukturierte Gespräche braucht, in denen die Partner wiederholen, was der andere gesagt hat. Dies kann das Gefühl verstanden zu werden wieder herstellen. Auf einer tieferen Ebene kann es manchmal wirklich schwierig sein, den anderen wirklich zu verstehen. Dort gilt es, sich für den anderen zu interessieren, nachzufragen und zuzuhören um das Verständnis zu vertiefen, wo dies möglich ist.

 

 

Vertrauen
a) festes Überzeugtsein von der Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit einer Person; b) in jemanden, etwas sein Vertrauen setzen; auf jemanden, etwas bauen.

Vertrauen ist eine wesentliche Grundlage menschlicher Beziehungen. Damit Vertrauen in einer Partnerschaft wachsen kann, braucht es einerseits einen Vertrauensvorschuss. Die Partner müssen sich Vertrauen schenken. Dies soll nicht blindes Vertrauen sein, sondern durchaus dem Wissen bzw. Unwissen über den Partner angemessen. Das Vertrauen wächst im Laufe einer Beziehung durch Verlässlichkeit. Indem die Partner sich an Zusagen halten, verhalten sie sich vertrauenswürdig. Dazu gehört auch, eigene Fehler einzugestehen und sich ehrlich zu entschuldigen. Nach grösseren Verletzungen können symbolische Ausgleichshandlungen dazu beitragen, das Vertrauen wieder aufzubauen. Siehe auch unter „verzeihen"

 

 

verzeihen
a) erlittenes Unrecht den Urheber nicht entgelten lassen, nicht grollend, strafend usw. darauf reagieren; b) Vergeben

Da in langdauerenden Beziehungen Verletzungen unvermeidlich sind, braucht es auch eine Kultur des Verzeihens. Denn Versöhnung setzt Verzeihen voraus. Das verlangt von beiden Beteiligten einen Einsatz. Von Seiten des Verletzten braucht es das Eingeständnis der Verletztheitsgefühle, die Aufgabe der Opferposition sowie die Entscheidung zur Vergebung: Die Tat verzeihen und diese nicht wieder zum Vorwurf zu machen. Von Seiten des Verletzers braucht es das Anerkennen der Tatsache der Verletzung und Übernahme der Verantwortung für die verletzende Handlung (auch wenn die Verletzung nicht beabsichtigt war). Dazu kommt die Bereitschaft zur Wiedergutmachung im Tun, um Vertrauen aufzubauen durch verbindliche Handlungen. Es gibt auch Unverzeihliches. Wenn das so ist, ist ein gemeinsamer Neuanfang als Paar nicht möglich. Für das eigene Wohlbefinden und besonders für gemeinsame Kinder ist es wichtig, möglichst viele der oben genannten Schritte zu tun um aus Liebe zu den Kindern als Elternpaar gut zu kooperieren.

 

W

Zurück zm ABC der Liebe

Win-Win
a) Situation, Gegebenheit, Konstellation, die für alle Beteiligten Vorteile bietet

 

X

Zurück zm ABC der Liebe

XXX
a) Drei Küsschen in englischsprachigen Mails oder Briefen.

 

Z

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Zärtlichkeit
a) starkes Gefühl der Zuneigung und damit verbundener Drang, dieser Zuneigung Ausdruck zu geben; das Zärtlichsein; b) zärtliche Liebkosung; c) Fürsorglichkeit.

Unter Zärtlichkeit verstehen wir eine Form der Beziehungsgestaltung, in der mit Worten, Gesten oder Berührungen dem anderen Liebe geschenkt wird. Das heisst es geht in der Zärtlichkeit nicht darum, was wir vom anderen bekommen, sondern was wir dem anderen geben können. In der reifen Liebe wird das Geben selbst zum Geschenk und wir sind erfüllt von Liebe unabhängig davon, wie viel wir zurück erhalten.


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